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„Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann!“ Schön wär’s, denkt sich Heinz Gerngroß und schaltet genervt das Radio ab. Danach greift er niedergeschlagen in den Wäschekorb, um ein weiteres Kleidungsstück seiner heutigen Waschmaschinenladung zu bügeln. Ja, sie haben richtig gehört, Herr Gerngroß macht die Bügelwäsche! Er ist von Beruf Hausmann! Wie gut, dass er da in schwierigen Situationen seine Nachbarin Birgit Wohlgemut um fachliche Unterstützung bitten darf. Wer kennt beispielsweise nicht das Problem der Farbtrennung von Schmutzwäsche, oder der richtigen Temperatureinstellung vor jedem Hauptwaschgang?

Insgesamt ist das mit dem Hausmann heutzutage keineswegs mehr sonderbar. Ganz im Gegenteil, behauptet da seine Ehefrau Charlotte. Als Karrierefrau verdient sie jetzt im Hause Gerngroß das erforderliche Kleingeld. Anscheinend fällt es seiner Charlotte sogar sehr leicht, ihren Beruf über alle anderen Belange zu stellen. Sie blüht in ihrer neuen Rolle regelrecht auf! War das bei ihm früher auch so? Er hätte doch seine Arbeit nicht über sein Familienleben gestellt und seine Ehefrau vernachlässigt. Nein, er nicht! Da hilft auch die Unterstützung seiner Freunde Lorenz und Ignaz nicht viel. Sind doch die beiden selbst schon lange ein Opfer der weiblichen Emanzipation geworden. 

Wenn nun obendrein noch die teuflische Schwiegermutter Annerose im Privatleben von Familie Gerngroß mitmischt, ist die Unterdrückung der Männlichkeit perfekt! Sie hatte es sowieso noch nie verstanden, weshalb sich Töchterchen Charlotte damals auf diese erniedrigenden Haushaltsarbeiten eingelassen hatte. „Das soll lieber dein Geringverdiener, der Heinzelmann erledigen, das ist langfristig die wirtschaftlich sinnvollste Methode!“

Welch‘ knallharte und niederschmetternde Aussage von einer kratzbürstigen Rentnerin! Was nützt es Heinz da noch, sich bei Schwiegervater Herbert auszuheulen, wo doch auch er ein gebrandmarktes Kind ist. Eine Hilfestellung kann man von diesem schikanierten Schlappschwanz sowieso nicht erwarten. Dafür ist seine Annerose einfach zu dominant. 

Tja, als Fazit bleibt ihm da nur ein Eingeständnis übrig: Frauen sind in allen Lebenslagen die stärkeren Männer!

Als der moralische Tiefpunkt für Heinz und seine Freunde zum Greifen nahe scheint, und auch Pfarrer Gottlieb Fromm keinen Ausweg mehr kennt, trägt ausgerechnet eine Frau zu einer spektakulären Wende bei.

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